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Die Ölpest der Erika

Der Schrecken der jederzeit zurückkommen kann!

Am 12. Dezember 1999 zerbricht der Tanker Erika vor der bretonischen Küste und hinterlässt seine schmierigen Innereien im Meer, an den Küsten und den Tieren.
Über 400 km Küste werden verschmutzt, 150.000 Seevögel sind verendet und durch den wirtschaftlichen Schaden sind viele Bretonen bankrott gegangen.
Viele Ungereimtheiten werden noch in einem Mammutprozess verhandelt.


Chronologischer Ablauf der Tragödie

Die Erika:

37.000 Tonnen-Tanker (Einhüllentanker), 180 m Länge.
Gebaut 1975 in Japan.
Zur Zeit des Unglückes unter maltesischer Flagge mit indischer Besatzung.
Besitzer ist eine italienisch/griechische Reederei.
Gechartert von TotalFina (jetzt Total).
Ladung: 30.000 Tonnen schweres Industrieöl (umstritten).
Die Sicherheit der Erika wurde einige Tage vor dem Unglück durch die italienische Behörde RINA bestätigt.

Kurs:

Ladungsbunkerung in der Raffinerie Mardyck bei Dünkirchen.
Durch den Ärmelkanal, der Biscaya, entlang der Iberischen Halbinsel ins Mittelmeer, nach Livorno in Italien.

Havarie:

Die Erika kommt in schwere See und steuert auf das westliche Finistère, nördlich von Brest zu. Die Erika hat Schwierigkeiten mit der Navigation und schlägt bei Windstärken um 120 km/h Leck. Der Kapitän setzt eine Meldung an die Reederei ab, mit der Bitte Brest anlaufen zu dürfen. Der Auftraggeber lehnt dies jedoch ab. Die Erika nimmt weiter Kurs auf die Loiremündung. Das Leck vergrößert sich und in der Außenhaut bilden sich weitere Risse. Der Kapitän bittet in St. Nazaire um eine Einlaufgenehmigung am Ölterminal Donges. Dies wird unter der Begründung einer eventuellen Ölverschmutzung der Loiremündung abgelehnt. Der Kapitän legt den neuen Kurs zurück Richtung Brest fest. Am 12. Dezember 1999, nach 15 Stunden, lässt der Kapitän um 6:05 Uhr SOS funken. Mit Schleppern wird vergeblich versucht die Erika auf die offene See zu schleppen. Die 26 Mann Besatzung werden in letzter Minute per Helikopter unter schwierigsten Bedingungen gerettet. Um 8:15 zerbricht die Erika in zwei Teile und sinkt westlich der Insel Belle Ile.

Beginn der Ölverschmutzung:

Der Sturm nimmt über die Weihnachtsfeiertage weiter zu und erreicht Windgeschwindigkeiten um die 140 km/h. Bei diesen Bedingungen ist eine Ölbergung unmöglich, zudem wird der Ölteppich zerrissen und mit Wasser versetzt, so dass das Öl mit dem Wasser emuliert und eine relativ feste Masse entsteht. Spezialschiffe, unter anderem auch die Neuwerk aus Deutschland versuchen den Ölteppich abzusaugen, was aber angesichts des Sturmes fast unmöglich ist. Das Öl verteilt sich auf ein extrem großes Küstengebiet von etwa 400 km. Von Penmarch bis zur Insel Ile de Ré werden die Küsten verschmutzt.

Beseitigung der Ölverschmutzungen:

Sofort beginnen tausende Helfer mit der Reinigung der Küsten und dem bergen und pflegen der verschmutzten Vögel. Die Reinigung ist extrem schwierig, mit Schaufeln und Händen mühen sich die Helfer ab um die Schweinerei zu beseitigen. An den Klippen lassen sich Spezialisten ab um mit Spezialmaschinen die Felsen zu reinigen. Eilig werden Spezialkonstruktionen entwickelt, um die emulgierte Ölmasse abpumpen zu können.

Reaktionen:

Das Labor "Analytica" erhält von einem an Hautentzündungen erkrankten Helfer eine Ölprobe. Demnach handelte es sich nicht um Schweröl der Kategorie 2, sondern um Raffinerieabfälle, diese dürften aber nur an Ort und Stelle entsorgt, und nicht über See transportiert werden dürfen. Die Analysen wiesen die Proben als toxisch und krebserregend aus. Nach offiziellen Untersuchungen werden die Analysen des Institutes ignoriert.

Fest steht:

Die Erika war in einem desolaten Zustand, sie war so stark angerostet, dass Risse im Stahlrumpf entstanden sind, durch die der Tanker Leck schlug.

Auswirkungen:

Neben den verschmutzten Küsten waren über 150.000 tote Seevögel zu beklagen. Die Austernfischerei wurde in der Zeit untersagt und die Salinen der Guerande sind zum Glück mit einem blauen Auge davongekommen. Die Saison 2000 war für die Bretonen katastrophal, zu dem gesellte sich in diesem Jahr ein ungemütlicher Sommer, so dass die Umsatzzahlen in den Keller rutschten und viele Bretonen vor dem Aus standen.

Was jetzt?

Der Prozess ist am 13.Juni 2007 beendet worden.
Das endgültige Urteil soll im 18. Januar 2008 bekannt gegeben werden.
 


Unsere Homepage aus dem Jahr 2000

Erika, ein Name bei dem sofort jeder Bretone finster aufschaut. Kein Wunder, denn mit der Erika kam die schwarze Flut, wie man in Frankreich eine Ölpest nennt. Die direkten, oberflächlichen Auswirkungen haben die Bretonen sagenhaft schnell in den Griff bekommen. Aber der wirtschaftliche Schaden ist für diese strukturschwache Gegend Frankreichs ganz enorm. Zudem gesellte sich in 2000 noch eine katastrophale Sommersaison, bedingt durch die schwarze Flut und durch das schlechte Wetter.
Das beste Beispiel sind die Salinen der Guerande. Durch die schwarze Flut waren die Salinenbesitzer gezwungen Ihre Salinen zum Meer hin abzuschotten, damit sie nicht verschmutzt werden. Es konnte also kein Salz geerntet werden. Und das war noch nicht das Ende! In 2000 fiel die Ernte sozusagen komplett in das Wasser, weil der Sommer ausgesprochen schlecht war. Zu wenig warme Tage, viel Regen und Stürme ließen eine vernünftige Ernte nicht zu. Und so kann man es auch auf die Tourismusbranche übertragen.

Die Ölpest in der Bretagne!

Diese Seite haben wir ins Leben gerufen um auch die deutschen Bretagneanhänger mit den neuesten Informationen über die Ölpest zu versorgen.

Uns kam die Idee, weil in den deutschen Medien nur sehr knapp berichtet wird, und das ärgert uns ungemein!


Als erstes ein Aufruf an alle, die dieses Jahr einen Bretagneurlaub geplant haben:

Laßt Euch nur nicht wegen des Öls an den Stränden abhalten die Bretagne zu besuchen!
Die Bretonen brauchen die Urlauber!
Es ist ein gewaltiger Erwerbszweig ohne den es den ohnehin benachteiligten Bretonen nicht gerade besser gehen wird!

Unterstützt das bretonische Volk einfach nur in dem Ihr Euren Urlaub trotzdem dort verbringen werdet!
Die Bretonen werden alles daransetzen die Strände sauber zu bekommen!

Es gibt noch so viele Strände die nicht von dem Öl bedroht waren oder sind!

So ist nördlich Quimper alles sauber!

Oder entdeckt doch einfach die Zentralbretagne sie ist zauberhaft!

Wir waren nur in Camaret und auf der Halbinsel Quiberon am Strand, da wir endlich mal die Zentralbretagne entdecken wollten.

Auf Quiberon sind die Strände ganz sauber, wir hatten niemals Öl unter den Füßen (ganz anders als in Dänemark). Nur an den ganz unzugänglichen Stellen an der Cote Sauvage findet man noch teilweise kleine schmierigen Überreste.

In Camaret fanden wir nichts!

Erschwerend hinzugekommen ist für die Bretonen das relativ schlechte Wetter. Die Tiefdruckgebiete zogen eines nach dem anderen über das Land. Teilweise hatte die Touribranche Einbußen bis zu 60%!


Was wird aus den Salinen bei Guerande?

Guerande ist bekannt für seine Salzsalinen. Wer das Salz einmal zum würzen seiner Speisen verwendet hat wird niemals mehr davon loskommen!

Die Salzbauern sind jetzt aber direkt durch die Ölkatastrophe in Ihrer Existenz bedroht!

  • Sie haben die Salinen seit dem Unglück nicht mehr geflutet.
  • Keiner kann den Salzbauern sagen ob die Wasserqualität nicht doch Rückwirkungen auf das Salz hat.
  • Was passiert mit den Salinen wenn sie austrocknen?
  • Welche Auswirkungen gibt es wenn die Salinen mit Süßwasser geflutet werden?
  • So viel man weiß wurde die Salzgewinnung noch nie seit mehr als 1000 Jahren unterbrochen.
  • Wie lange halten die Vorräte und vor allem
  • wie lange halten es die Salzbauern aus?
  • Mehr Infos: Sel et Fleur de Sel de Guerande mit Infos, Bestellmöglichkeit (probiert es einmal! dieses Naturprodukt ist wirklich einmalig) und mit vielen Rezepten.

Links:

Institut Analytica

Eine sehr schöne private Seite von der Halbinsel Quiberon französisch

Marine nationale (französisch)

Homepage der Stadt Concarneau mit vielen Infos über die Erika (französisch)

http://perso.infonie.fr/smenoret/9912_decembre.htm (französisch)

Die Regionalzeitung:le telegramme (französisch)

Eine weitere Regionalzeitung: sud-ouest (französisch)

die Grünen (les verts) (französisch)

Greenpeace Frankreich (französisch)

Greenpeace Deutschland (deutsch)

Die Bretagneseite überhaupt: Ebba`s Bretagneseiten (deutsch)

agence-france presse (französisch)

Über die Salinen der Guerande: Sel et Fleur de Sel de Guerande (deutsch)

Wir sehen uns hoffentlich in der Bretagne!

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